Mit dem Instrument "kollegiale Beratung" können Sie sich unter Umständen ein "Stück" Teamberatung mit Eigenmitteln einrichten. Leider längst nicht so leicht und häufig wie es wünschbar ist.
"Kollegiale Beratung" ist eine Methode zur Problemlösung bzw. zur Unterstützung von Problemlösungen in Gruppen bzw. Arbeitsteams. Ausgangspunkt ist dabei das Problem eines einzelnen Teammitglieds, das sich als "Problemeinbringer" von den Kollegen als "Problemlösehelfern" ("Beratern") unterstützen läßt. Gesteuert wird der Beratungsprozeß von einem Moderator, der in der Regel Teil der Gruppe ist. Probleme, die mehrere Mitglieder des Teams gleichermaßen betreffen, werden zum Zweck der Bearbeitung an einer Person festgemacht. Die anderen betroffenen Teammitglieder profitieren vom Transfereffekt.
Ziel der "Kollegialen Beratung" ist nicht Problemlösung, sondern Problemlösehilfe. Dadurch u.a. unterscheidet sich die Methode von anderen Problemlösetechniken. Es ist aber durchaus möglich, "Kollegiale Beratung" als einen zusätzlichen Schritt im Rahmen eines Problemlöseprozesses in Gruppen durchzuführen. Die Stärke der Methode liegt darin, daß vielfältige Dimensionen eines Problems gut sichtbar werden.
"Kollegiale Beratung" lebt ganz wesentlich von der vorgegebenen Struktur, nach der ein Problem bearbeitet wird. Und von Offenheit, Vertrauen und Motivation der Beteiligten. Es gibt verschiedene Modelle mit unterschiedlicher "Tiefung".
Bearbeitet werden können mit "Kollegialer Beratung" vielfältige Arten von Problemen. Ermöglicht werden Reflexion von persönlichen und fachlichen Alltagssituationen im Arbeitsfeld und Arbeitsprozeß. Es erfolgt eine bewußtere Wahrnehmung eigenen Erlebens und Handelns und die Wahrnehmung für situationsrelevante Faktoren wird erweitert.
Neben der Problemlösehilfe hat "Kollegiale Beratung" vielfältige Nebenwirkungen. Beispielsweise wird die Teamarbeit insgesamt gefördert, Eigenverantwortlichkeit und Kompetenz steigen und die emotionale Zufriedenheit der Beteiligten nimmt zu.
Das Modell der "Kollegialen Beratung" ist sehr einfach. Eine effektive Anwendung braucht aber mehr oder weniger viel Übung.
Häufig mangelt es an einem Klima von Vertrauen und Offenheit sowie ein Mindestmaß an Selbststeuerung des Teams. Und Grundfertigkeiten wie "Fragen", die Einhaltung der Spielregeln und das Moderatorenverhalten müssen geübt werden.
Wenn Sie das Instrument grundsätzlich interessant finden, empfehlen wir folgendes Vorgehen: